Die Heide – eine einmalige Kulturlandschaft
Wer kennt es nicht, das jährlich lila blühende Kraut, welches gerade im August scharen von Touristen anlockt. Die Lüneburger Heide ist eine der bekanntesten Touristenregionen in Deutschland und wird von Gästen aller Alterstufen gerne besucht. Was jedoch die wenigsten Besucher wissen, ist, dass die Heide nicht durch eine Laune der Natur entstanden ist, sondern durch jahrhundertelangen Raubbau an der ursprünglichen Naturlandschaft. Noch dazu ist das lila blühende Heidekraut nur eine unter vielen typischen Eigenschaften dieser abwechslungsreichen Region, die bei genauerem Hinsehen so einige Besonderheiten bereithält.
Die Lüneburger Heide ist eine sehr stark historisch geprägte Region, die besonders im Mittelalter eine wichtige Rolle in der Norddeutschland spielte. Heinrich der Löwe, ein gewiefter Geschäftsmann und Kriegsführer seiner Zeit, gründete nicht nur München, sondern auch Lüneburg und sorgte dafür, dass der Salzhandel national und international florieren konnte. Lüneburg erlangte damit nicht unbeachtlichen Reichtum und die Lüneburger Heide wurde durch die Salzsiederei für Jahrhunderte geprägt.
Die gegebene Armut des Bodens, zu sehen am allgegenwärtigen weichen Sand, begünstigte seit jeher den Wachstum von Kräutern und Bäumen, die besonders beständig sind. Doch als die Salinen immer mehr Holz brauchten, um ihre Siedeöfen zu befeuern, wurde der arme Boden zusätzlich durch den flächendeckenden Kahlschlag begünstigt.
Die Heidebauernwirtschaft wurde immer schwieriger, der Boden immer karger. Der Reichtum Lüneburgs färbte nicht auf die Region ab, die Heide, als besonders widerstandsfähiges Kraut, breitete sich auf großflächigem Gebiet aus. Typischer Baumbestand waren nun der Wachholder und die Birke.
Als das weiße Gold an Wichtigkeit verlor, eroberte sich auch der Wald die Region nach und nach zurück und schon lange besteht die Lüneburger Heide nicht mehr nur aus Heidekraut. Auch wenn ihr Name dies vermuten lässt. Allerdings sind der arme Boden und die bäuerlich geprägte Gesellschaft geblieben. Herman Löns als der bekannteste Heidedichter beschreibt besonders anschaulich die Zustände und die Armut der Heidebauern im 19. und 20 Jahrhundert.
Heute ist die Lüneburger Heide immer noch eine einmalige Landschaft auch wenn sich das Heidekraut auf abgeschlossene Flächen zurückgezogen hat und mittlerweile aufwendig gepflegt werden muss, um dem Heideliebhaber erhalten zu bleiben. So gibt es regelmäßige Erneuerungen der Heideflächen, da insbesondere Gräser die Heidekräuter verdrängen. Eine besonders bei Touristen beliebte Erhaltungsmaßnahme ist die Beweidung durch Heidschnuckenherden, die auf traditionelle Weise gehütet werden.
Zu entdecken gibt es heute also nicht nur wunderschöne Heideflächen, sondern auch weitläufige Wälder, verwunschene Moore, uralten Baumbestand zwischen alten Fachwerkhäusern, große Bauernhöfe, die heute vor allem auf Pferdewirtschaft umgesattelt haben und ursprüngliche Flussläufe, die förmlich zum Wasserwandern einladen.
Naturpark Lüneburger Heide
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Heidschnuckenherde "on tour"
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